Interkulturelle Psychosomatik

Die Klinik am schönen Moos arbeitet speziell mit türkisch-sprachigen Migranten, es können im Einzelfall aber auch russisch-, rumänisch- und griechisch-sprachige Menschen muttersprachlich betreut werden. Unsere Therapeuten können nicht nur die jeweiligen Muttersprachen sprechen, sondern sind auch mit den kulturellen und sozialen Besonderheiten der entsprechenden Herkunftsländer vertraut.

Grundsätzlich wird eine bestmögliche Integration in die deutsche Lebenswirklichkeit angestrebt, so finden auch – wenn es die sprachliche Kompetenz der Patienten erlaubt – die Therapieangebote weitestgehend in deutscher Sprache statt. In Einzelfällen kann jedoch auch –sowohl in Einzel- als auch in Gruppenpsychotherapie – eine muttersprachliche Behandlung stattfinden.

Migranten fühlen sich oft auch noch nach vielen Jahren in Deutschland fremd. Sie sind ihrem Herkunftsland noch sehr verbunden und hatten geplant bzw. gehofft, ihren Lebensabend wieder im Heimatland zu verbringen. Oft hat sich jedoch im Laufe der Zeit Vieles geändert und so kommt eine Rückkehr ins Heimatland oft nicht mehr in Frage. Dies bringt für viele Menschen Enttäuschung, Traurigkeit und Resignation mit sich. Die oft nicht einfache Entscheidung, in Deutschland zu bleiben, macht das Leben schwer, zumal weiterhin ein Gefühl von Fremdheit und Distanz besteht und der eigene Heimatverlust schwer wiegt. Darüber hinaus gibt es oft auch Unzufriedenheit mit den eigenen Kindern, die die heimatlichen Wurzeln oftmals nicht mehr so hoch schätzen und ein die Eltern befremdendes Leben führen.

Diese negativen Gefühle können sich sowohl emotional als auch körperlich vielfältig auswirken, z.B. in Form von Depressionen, Ängsten, körperlichen Schmerzen, Energie- und Kraftlosigkeit, Schlafstörungen, Problemen am und mit dem Arbeitsplatz usw.

Besonderheiten

Auf der Grundlage einer eingehenden klinischen Diagnostik mit Analyse der auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen im Rahmen der speziellen Migranten-Problematik wird in der Einzel- und Gruppenpsychotherapie gemeinsam an folgenden Therapiezielen gearbeitet:

  • Vermittlung eines Erklärungsmodells für Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptomatik
  • Vermittlung von Einsicht und Verständnis in den psychodynamischen Hintergrund psychischer, somatoformer und/oder somatischer Störungen
  • Psychische und körperliche Roborierung
  • Integration neurotisch verarbeiteter Aspekte des inneren Erlebens
  • Stabilisierung und Verbesserung des Selbstwertgefühls
  • Emotionale Stabilisierung
  • Verbesserung der Qualität sozialer Beziehungen
  • Eröffnung neuer sozialer Lernmöglichkeiten
  • Förderung autonomer Tendenzen im Umgang mit sich und anderen
  • Befähigung zur Krankheitsverarbeitung und –bewältigung
  • Bearbeitung der spezifischen Entwurzelungsproblematik und Förderung notwendigen Integrationsschritten
  • Steigerung der psychischen Belastbarkeit und des körperlichen Leistungsvermögens zur Reintegration in das Alltags- und Berufsleben